Pressemitteilungen
  • Erbteilverkauf gegen den Familienzwist - Erben haften auch nach Verkauf

    Ernste Familienstreitigkeiten ziehen sich in schlimmen Fällen auch über den Tod eines Familienmitglieds hinaus. Ein Testament oder Erbvertrag kann Streitigkeiten zwischen Erben nicht nur vermeiden, sondern auch hervorrufen oder sogar verstärken. Manch ein Erbe fühlt sich durch ein Testament verletzt oder benachteiligt. Bestehen unüberwindbare Zerwürfnisse zwischen erbberechtigten Familienmitgliedern, sind langwierige Erbprozesse oft die Folge. Um diesen zu entgehen, stellt ein Erbschaftsverkauf eine interessante Gestaltung zur Streitvermeidung nach dem Erbfall dar. (...)
    [Oktober 2019]
  • Mit einer Patientenverfügung vorsorgen - Von Musterformularen ist abzuraten

    Die meisten Menschen hegen den Wunsch, selbst zu entscheiden, welche medizinischen Behandlungen sie für sich wünschen. Mit einer Patientenverfügung kann für den Fall, den eigenen Willen zu Therapien gegenüber behandelnden Ärzten nicht mehr selbst äußern zu können, vorgesorgt werden. Viele greifen dabei auf Musterformulare zum Ausdrucken und Ankreuzen beispielsweise aus dem Internet, zurück. Diese helfen in vielen Fällen in der Praxis aber nicht weiter. (...)
    [September 2019]
  • Samenspenderregister verhindert Anonymität - Spender und Empfängerin über mögliche Konsequenzen aufklären

    Früher noch eine Sensation ist heutzutage die Zeugung eines Kindes unter Verwendung des Samens eines Spenders zur Normalität in der Fortpflanzungsmedizin geworden. Anonym ist die Samenspende allerdings nicht mehr möglich. Seit der Einführung des Gesetzes zum Samenspenderregister kann ein Spender sein Leben lang jederzeit mit seiner biologischen Vaterschaft konfrontiert werden. Vier Wochen vor einer Auskunft an ein Spenderkind informiert das Register den Samenspender über die anstehende Auskunftserteilung, um ihn auf eine eventuelle Kontaktaufnahme vorzubereiten. Dies kann für den Spender, seine Ehepartnerin oder genetische Geschwister des Spenderkindes schwierige Fragen aufwerfen. Auch die Empfängerin der Samenspende wird sich verstärkt damit auseinandersetzen müssen, ob und wann sie ihr Kind über seine biologische Abstammung informiert. (...)
    [August 2019]
  • Tipps für Verbraucher - Ratgeber-Blog der Notarkammer informiert über Rechtsthemen

    Das Verbraucherportal der Notarkammer https://ratgeber-notar.de/ gibt Ratsuchenden Hilfestellung bei Rechtsfragen und sensibilisiert Betroffene für mögliche Problematiken beim Erben und Vererben, der Vorsorge bei Pflegebedürftigkeit oder rund um den Immobilienkauf. (...)
    [Juli 2019]
  • Der notarielle Pflichtteilsverzichtsvertrag - Eltern absichern

    Schwerwiegende Streitigkeiten oder das Gefühl von seinen Kindern im Alter vernachlässigt zu werden, lässt bei manchen Menschen den Wunsch aufkommen, einzelne Nachkommen vom Erbe auszuschließen. Was für den gesetzlichen Erbanteil möglich ist, lässt sich für den Pflichtanteil beim Erbe nur in Ausnahmesituationen durchsetzen. Sollte ein Erbe an seinem Pflichtteil nicht interessiert sein, kann ein notarieller Pflichtteilsverzichtvertrag weiterhelfen, um den verbleibenden Elternteil abzusichern. Eine weitere Anwendung findet der Vertrag, um ein Auseinanderbrechen von Familienbetrieben bei mehreren Erbberechtigten zu verhindern. (...)
    [Juni 2019]
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Notar/in

Notarinnnen und Notare sind unabhängige Träger eines öffentlichen Amtes. Ihnen sind hoheitliche Befugnisse zur vorsorgenden Rechtspflege in Deutschland übertragen. Bei Rechtsangelegenheiten, die besonders schwierig und besonders folgenreich sind (z.B. der Kauf eines Hauses), verlangt das Gesetz, dass Sie einen sachkundigen und unabhängigen Berater zur Seite ziehen. Im Einzelnen betrifft das folgende Bereiche:

  • Immobilien (Kauf, Schenkung, Nießbrauch, Hypothekenbelastung, Grundschuldbestellung)

  • Ehe und Familie (Ehevertrag, Scheidungs- und Partnervertrag, Adoption)

  • Erbrecht (Testament und Erbvertrag, Erbschein, Nachlassverteilung etc.)

  • Gesellschaftsrecht (Gründung oder Umgestaltung einer Gesellschaft, Registeranmeldung etc.)

 

Im Übrigen sind folgende Merkmale des Notarberufs hervorzuheben:

 

Streitvermeidung durch sorgfältige Rechtsgestaltung


Notarinnen und Notare helfen Ihnen bei der Gestaltung von Rechtsbeziehungen und sind zugleich Mittler zwischen den Interessen der Parteien. Ziel ist es, jeden Streit schon von Anfang an zu vermeiden. Das spart Anwalts- und Gerichtskosten, die Ihnen im Streitfall entstehen würden. Das können Notarinnen und Notare aufgrund ihrer profunden Ausbildung und ihrer - stets auf dem aktuellen Stand zu haltenden - Rechtskenntnisse leisten. Bei der Beurkundung ist immer darauf zu achten, dass unerfahrene Beteiligte nicht benachteiligt werden. Ein Gleichgewicht der Kräfte können Notar/innen zwischen den Vertragsparteien dadurch herstellen, dass sie sie umfassend über die rechtlichen Folgen ihrer Erklärungen aufklären und ihnen zeigen, wie sie ihre Ziele mit verschiedenen rechtlichen Gestaltungsmöglichkeiten erreichen können. Notare tragen auf diese Weise nicht nur zum Rechtsfrieden, sondern zu vorbeugenden Verbraucherschutz bei.

 

Vertrauen durch Verschwiegenheit


Notarinnen und Notare sind gegenüber Dritten zur Verschwiegenheit verpflichtet. Sie können ihnen also Ihre persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse anvertrauen, ohne fürchten zu müssen, dass Sie dadurch Nachteile erleiden. Die Verschwiegenheit bindet Notarinnen und Notare sogar, wenn sie aufgefordert sind, vor Gericht oder gegenüber den Strafverfolgungsbehörden auszusagen. Indem alle in der Notarkanzlei geäußerten Gedanken in diesem rechtlich geschützten Raum verbleiben, können sie uneingeschränkt bei der Vertragsgestaltung berücksichtigt werden.


Qualitätsicherung durch staatliche Aufsicht


Notare sind in das Justizsystem in Deutschland eingebunden. Ihre Ernennung obliegt der Justizverwaltung, die zuvor prüft, ob der Bewerber um ein Notaramt dafür persönlich und fachlich geeignet ist. Im Land Berlin kann nur zum Notar bestellt werden, wer  mindestens fünf Jahre als Rechtsanwalt tätig war und die notarielle Fachprüfung bestanden hat. Dadurch haben die bestellten Notare nicht nur ein großes Fachwissen, sondern verfügen auch über einen großen Erfahrungsschatz, den sie in die notarielle Vertragsgestaltung einbringen können. Die relativ hohe Zahl zugelassener Anwaltsnotarinnen und -Notare garantiert den Rechtsuchenden, dass sie jederzeit schnell, einfach und bequem auf die notarielle Unterstützung zugreifen können. 

 

Auch bereits amtierende Notarinnen und Notare unterliegen weiter der Aufsicht, namentlich der Aufsicht der Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz, des Präsidenten des Kammergerichts, des Präsidenten des Landgerichts und der Notarkammer. Diese Institutionen überwachen (u.a. durch regelmäßige Kontrollen, sog. Revisionen und die Durchführung von Beschwerdeverfahren), dass der Notar seine Aufgaben ordnungs- und gesetzmäßig erfüllt.